Immer wieder gut zu gebrauchen...

Verband der kommunalen
Wahlbeamten in Hessen e.V.

kuratiert von
Karl-Christian Schelzke

Zitate

„Als Pfarrer habe ich weniger gebetet als jetzt als Bürgermeister“
Jens Ried Bürgermister von Cölbe

Hannah Arendt schreibt in ihrem 1971 erschienen Essay „Die Lüge in der Politik“:
„Je erfolgreicher einer lügt und je mehr Menschen er überzeugt, desto mehr Aussicht besteht, dass er am Ende am seine eigenen Lügen glaubt.“
Das heißt nach einem aktuellen Blick nach Washington, je mehr seine Anhänger das glauben, was er verkündet, desto eher wird Trump seine verkündeten Unwahrheiten glauben. Ich bin mir nicht sicher, ob er das nicht schon von Anfang an glaubt.

Curzio Malaparte hat in seinem 1932 erschienen Essay „Technik des Staatsstreiches“, dass ein Staatsstreich nur dann gelingen kann, wenn man die technologischen Zentren des Staates auszuschalten weiß. Das heißt heute, nach fast hundert Jahren: Der moderne Staatsstreich beginnt mit dem Blackout der digitalen Infrastrukturen, mit dem Ausschalten der Rechenzentren. Und das gesteuert von künstlicher Intelligenz, die sich in alle Sicherheitssysteme einzuhacken weiß.

 

BUCHEMPFEHLUNGEN

Uwe Schneidewind, DIENSTSCHLUSS, Verlag Klaus Wagenbach 2.Auflage 2026, 20,– Euro

Keine leichte Lektüre. Aber für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und auch für ihre Mitarbeitenden unbedingt zu empfehlen.

„Uwe Schneidewind wirft nach fünf Jahren als Wuppertaler Oberbürgermeister einen Blick zurück in den urbanen Maschinenraum. Ob Schwimmbad, Schulbau, Nahverkehr – Schneidewind beschreibt das alltägliche Systemversagen im Lokalen und gleichzeitig, wie sich doch etwas bewegen kann. Denn gerade in der vermeintlichen Ohnmacht entstehen Inseln des Gelingens. Wenn erfolgreiche Projekte wachsen und Engagierte sich vernetzen, setzen sie den Keim für Veränderung. In diesem Sinne macht dieses instruktive und an vielen plastischen Beispielen reiche Buch Hoffnung.

Uwe Schneidewind war von 2020 bis 2025 Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal. Davor hat der Wirtschaftswissenschaftler über 25 Jahre nachhaltige Transformationsprozesse in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gestaltet und begleitet, unter anderem als Hochschullehrer, als Präsident der Universität Oldenburg und des renommierten Wuppertal Institutes.“

 

GESELLSCHAFT DER MINDERHEITEN. Leben in der Superdiversität. Edition Mercator, erschienen bei C.H.Beck, München 2025

Das Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“ von Maurice Crul und Frans Lelie ist ein wichtiger Beitrag zu den heutigen Debatten über Migration, Toleranz, Diversität und Integration in unseren Städten und Gemeinden.

Die Realität des Zusammenlebens zeigt, dass Konflikt und Identitätsverlust dabei ebenso wenig vorprogrammiert sind wie Einheit in der Vielfalt. Mit ihrer soziologischen Studie werfen Maurice Crul und Frans Lelie aus den Niederlanden einen nüchternen Blick auf die reale Praxis des Zusammenlebens. Sie haben mit den Menschen über ihren Alltag in verschiedenen europäischen Städten gesprochen, wo es besonders vielfältig zugeht.

Dabei ist eines sicher: Menschen ohne Migrationshintergrund sind heute vielerorts in der Minderheit, die Minderheiten bilden die Mehrheit. „Superdiversität“ – die Vielfalt leben und gestalten, geschieht oft ganz selbstverständlich über ethnisch-religiöse Grenzen hinweg. Denkwürdig: diese „Kompetenz“ ist vielerorts Realität und zeigt sich ganz konkret im Alltag, auch durchaus unabhängig davon, was Menschen sagen, glauben oder wovor sie Angst haben!